| Das Thamsbrücker Tambour Corps |
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Der Name Seit 1996 ist das „Tambour-Corps“ ein eingetragener Verein und führt den Namen „Tambour-Corps 1924 Thamsbrück e.V.“ Doch wird es auch weiterhin in der Ablaßstadt traditionell nur „Der Tambour-Corps“ heißen.
„Corps“ (wie Chor ausgesprochen) kommt aus dem Französischen und beinhaltet den Begriff für „ Körperschaft“; als Einheit auftretende Gruppe. Insbesondere im 19. Jahrhundert wurde die Bezeichnung Corps für militärische wie auch studentische Verbindungen übernommen. Und „Tamboru-Corps“ wurde ab da auch geläufiger Name für Spielleute-Formationen. Gründung bereits 1924 Der Initiator der Gründung war der damalige Stadtkämmerer von Thamsbrück, Fritz Hanhausen. Erster Leiter wurde Luis Krebs, der das Spiel auf der Trommelflöte von seiner Militärzeit her beherrschte. Ein zweiter Fachmann war der Musiker Otto Eckardt, welcher die Anleitung der Tamboure übernahm. Auch ein ideal gelegenen Übungsraum fand man bald in der damaligen Gastwirtschaft des Bahnhofes. Sein Vorsteher und gleichzeitiger Wirt Hermann Steinert avancierte zum ersten Sponsor des Tambour-Corps. Schwerer , aber erfolgreicher Beginn Mit Eifer stürzten sich die geworbenen Jungs an ihr neues Hobby. Kaum einer hatte Vorkenntnisse in Notenkunde und Rhytmik. Doch nach 3 Monaten war das erste Stück : „Der Torgauer Parademarsch“ vortragsreif. Es folgten weitere Traditionsmärsche wie „ Preußens Gloria“, „Marsch des „Yorckschen Corps“, „Hauptmann zu Pferde“ oder auch der „Gardemarsch“. Übrigens werden einige dieser Märsche noch heute vom Tambour-Corps gespielt. In einer wirtschaftlich schweren Zeit, geprägt von den Inflationsjahren, wuchs der Tambour-Corps zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen. Die Didaktik der Einstudierung brachte eine Spielweise hevor, die sich in einer rhytmischen Exaktheit und einem syncronem Spiel auswirkte. Aus jener Zeit wird berichtet, daß die Zuhörer den Tambour-Corps schon von weitem an solchem Markenzeichen erkannten. Nebenher entstand im Volksmund der Spitzname „de Späelmöpps“ (= die Spielmöpse), der durchweg als ehrenhafter zu verstehen war. Ja, die Anerkennung ging unter den Thamsbrücker Bürgern sogar soweit, daß es eine „Ehre“ war, ihrem Tambour-Corps einen „ausgeben“ zu dürfen, was natürlich auch immer gern angenommen wurde. Schließlich wurde der ehrenwerte Spender denn auch mit Trommelwirbel bis zur Theke und zurück begleitet. Wechselvolle Geschichte und Rettung über schwierige Zeiten In den langen Jahren seines Bestehens mußten einige Krisen gemeistert werden, welche das Tambour-Corps in seiner Existenz bedrohten. Insbesondere wurden die Auswirkungen des 2. Weltkrieges spürbar. Er hatte die jahrelange Unterbrechung im Wirken des Tambour-Corps eingeleitet und Riß eine große Lücke in den Reihen seiner Mitglieder. Erst zögerlich fand man nach den Kriegsjahren wieder Mut und Laune zum musikalischen Spiel. In der Funktion des Stabführers- er heißt in Thamsbrück „Tambour-Major“- fand man wieder einen würdigen Vertreter in der Person von Arno Frank. Nun entwickelte sich eine zweite Blütezeit. Erstmals erfolgte auch eine instrumentale Erweiterung in der Hinzunahme von Großer Trommel, Schlagbecken und Glockenspiel-Lyra. Doch mit zunehmenden Alter der Mitglieder, zeichnete sich bereits die nächste Krise ab. Der Tod vieler Kameraden reduzierte den Mitgliederbestand erheblich. In dieser Zeit erhielt der Rest vom Tambour-Corps eine echt kameradschaftliche Hilfe durch einen Freund aus der Nachbarstadt Bad Langensalza: Arno Lehmann, Leiter des dortigen Spielmannszuges, leistete mit einigen seiner Mannen praktische Aushilfe. Stärkende Eigeninitiativen In dieser Zeit eines zweiten Tiefstandes erkannte ein Mitglied des Tambour-Corps den richtigen Ausweg und ergriff die Initiative: Karl Bergmann. Er prägte maßgeblich die nächste Entwicklungsetappe, indem er mehrere junge Flöttenspieler ausbildete. Das war der entscheidende Schritt für den Erhalt des Klankörpers. Schließlich kamen mit dem Anlernen weiterer Tamboure und Trommelflötenspieler durch die Gruppenleiter Rainer Günther und Armin Paul neue Mitglieder hinzu. Was das Tambour-Corps als Besonderheit auszeichnet Mit der Pflege des übernommen Brauchtums in der Ausführung diverser Reglements beherrscht das Tambour-Corps eine Praxis, die Seltenheitswert unter den Spielmannszügen besitzt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die beim alljährigen Ablaßfest gebräuchlichen musikalischen Reglementsformen, wie z.B. Reveille, Generalmarsch, Tambour – zur - Fahne und Ausschwenken mit Gegenzug zur Parade. So ruft der Generalmarsch, der nur von den Tambouren ausgeführt wird, jeweils die Bürgerwehr, zum Antreten, und das Wecken zur frühen Morgenstunde des Sonntages erfolgt nicht in der üblichen Marschmusik, sondern es wird die hierzu spezielle Reveille in 6/8- Metrik, bekannt durch den Refrain „ Freut euch des Lebens“ gespielt. Die Gestaltungselemente beim Ablaßfest haben sich bei den Mitwirkenden sowie unter den Bürgern und ihrer Gäste fest eingeprägt. Wie für fast alle Thamsbrücker ist auch für das „Tambour-Corps“ das Ablaßfest der Jahreshöhepunkt. Ja unter den Thamsbrückern heißt es gar: „Ohne Tambour-Corps is’s kei Abbels!“
Neue Strukturen durch Vereinsbildung
Ausblick und Ziele |
